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Freitag, 22. Februar 2013

"Paper Towns" von John Green

Zum Inhalt: Quentin wohnt schon seit er denken kann neben Margo. Früher waren die beiden auch dicke Freunde, doch in der High School gehen sie getrennte Wege. Margo gehört zu den coolen Kids und ist sogar irgendwie deren Anführerin. Quentin dagegen ist ein Außenseiter und mit dieser Rolle auch ganz glücklich, denn er hat seine Freunde und seine Routine. Eigentlich vermisst er auch Margo nicht bewusst. Bis diese plötzlich eines Abends bei ihm am Fenster steht und ihn dazu drängt, mit ihr eine verrückte Nacht durchzumachen, in welcher die beiden jede Menge Illegales unternehmen. Am nächsten Tag verschwindet Margo plötzlich und während sich alle um ihn herum damit abfinden, dass dieses verrückte Mädchen ihrem alten Leben eben einfach den Rücken gekehrt hat, kann Quentin sie nicht vergessen. Und mehr noch, er ist davon überzeugt, dass Margo von ihm gefunden werden will und nur ihm Hinweise hinterlassen hat. Und so beginnt für ihn eine Art Schnitzeljagd, bei der er die wirkliche Margo erst kennenlernt.

Infos zum Buch: "Paper Towns", Speak, Taschenbuch, 320 Seiten, 7,90 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Hachja, John Green! Mein neuer Held der Jugendbücher!

Vorab muss ich gleich ehrlicherweise sagen, dass "Paper Towns" mich nicht ganz so packen konnte wie "Will Grayson, Will Grayson" zuvor. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich auch, dass bei den beiden Büchern einfach die Erwartungshaltung anders war. Hier wusste ich jetzt schon, wie wunderbar der Schreibstil und der Ideenreichtum von John Green sind.

Natürlich hat auch "Paper Towns" wieder eine ganz wunderbare Geschichte. Es geht wieder um eigentlich ganz normale Jugendliche. Der ein oder andere der Charaktere wirkt auch hier skurril, aber nicht so über die Maßen, dass man selbst nicht auch so jemanden in der Art kennen würde. Da ist zum Beispiel Quentins Freund Ben, der auf geradezu tragische Art und Weise von den Mädchen besessen ist. In seinem Kopf ist er selbst ein ganz schöner Aufreißer, er nennt die Mädchen "Honeybunnies" und alles dreht sich bei ihm darum, endlich eine Freundin und vor allem eine Begleitung für den Abschlussball zu finden. Aber gleichzeitig ist er auch grandios erfolglos und unbeliebt bei den Mädels. Das macht ihn schon wieder liebenswert und knuffig. Zumal er seine Situation ja auch noch selbst mit Humor nimmt.

Quentin selbst war mir stellenweise zu ernst und verbissen für sein Alter. Natürlich passt das auch wieder zu der Geschichte, denn jeder "normale" Jugendliche in seinem Alter wäre so kurz vorm Abschlussball wohl mit allem anderem beschäftigt als mit seiner verrückten Nachbarin, zumal diese ja auch schon eine ganz gehörige Summe an seltsamen Geschichten gebracht hat und mehr als einmal für längere Zeit von zu Hause ausgerissen ist. Kein Wunder also, dass kaum jemand ihrem erneuten Verschwinden besonders viel Bedeutung beimisst. Da braucht es schon einen so sensiblen Charakter wie Quentin, der dann auch aus den kleinsten Sachen einen Hinweis herauslesen kann.

Sehr gut gefallen hat mir hier, dass John Green in der Geschichte auch die Unterschiedlichkeit der Charaktere aufgreift. Es kommt zu häufig vor, dass die Protagonisten als die Helden dargestellt werden und die Nebencharaktere in all ihrer Skurrilität eigentlich nur albern und manchmal sogar nervtötend wirken. Ich will hier nicht spoilern, aber genau das wird kurz angesprochen und auf tolle Weise von Quentins Freund Radar zerschlagen. Genau das liebe ich jetzt schon an John Green. Bei ihm wirkt einfach alles sympathisch. Jeder Charakter, jede Szene, jede Geschichte sorgen irgendwie dafür, dass man sich mit seinen Büchern einfach wohl fühlt.

Der Grund, weshalb mich das Buch nicht ganz packen konnte ist einfach, dass die Spannung immer wieder unterbrochen wird. Sicherlich ist es auch toll, mehr über die Freundschaft zwischen Quentin, Ben und Radar zu erfahren und mitzubekommen, was alles so kurz vor ihrem Abschluss bei ihnen abgeht. Aber eigentlich will man unbedingt wissen, was denn jetzt mit Margo ist. Und immer wenn es gerade richtig spannend wird und Quentin einen weiteren Schritt gemacht hat, hakt es wieder und man möchte am liebsten 10-15 Seiten überspringen, um zu sehen, wie es weitergeht. Erst im letzten Viertel entwickelt sich die Suche dann richtig rasant.

Ohne zuviel zu verraten möchte ich auch noch kurz das Ende ansprechen. Denn in den Enden liegt scheinbar ein weiteres Talent von John Green. Sie sind immer weit weniger spektakulär als man sie sich vorstellt und doch immer so besonders. Auch hier hat mir das Ende wieder so viel besser gefallen als alles, was ich mir vorher vorgestellt hatte.

Bewertung:

Sonntag, 30. Dezember 2012

Der obligatorische Jahresrückblick 2012

Es ist ja fast schon unmöglich, dass man so kurz vorm Jahresende nicht noch einen kleinen Rückblick schreibt. In Anbetracht der Tatsache, dass "Mein Jahr in Büchern" ja quasi auch der Untertitel meines Blogs ist, sehe ich mich fast schon dazu gezwungen.

Die Goodreads 2012-Challenge...
ist für mich supergut gelaufen. Davon ausgehend, dass ich bis morgen wohl kein weiteres Buch beenden werde, habe ich dieses Jahr 58 von den geplanten 40, also 145% geschafft. Ich denke, man kann sagen, dass ich mich mal wieder unterschätzt habe. Also wird das geplante Pensum für nächstes Jahr nochmal um 10 erhöht.


Das schönste Buch...
war für mich "The Night Circus" von Erin Morgenstern.

Es gab zwar viele Geschichten, die mir vom Ansatz her besser gefallen haben, aber Erin Morgensterns Schreibweise war einfach absolut bezaubernd. Sowas habe ich in der Form noch nie gelesen, daher bekommt das Buch völlig verdient den Preis für mein Lieblingsbuch 2012.





Der beste Teil einer Serie...
war für mich "Verwesung" von Simon Beckett

Schweren Herzens habe ich mich doch dafür entschieden, obwohl natürlich auch meine geliebte Flavia de Luce auf der Liste stand. Aber "Verwesung" war einfach so toll und richtig schön gruselig. Dieses seltsame Gefühl, dass man bei der Beschreibung des Moors und von Jerome Monk hatte, ist für mich bisher ungeschlagen.




Mein liebster neuentdeckter Autor...
war dieses Jahr auf jeden Fall John Green.

Und das kann ich sogar sagen, obwohl ich bisher nur "Will Grayson, Will Grayson" gelesen habe. Drei weitere seiner Bücher stehen bereits im Regal. Ich liebe seinen Schreibstil und finde es wunderbar, wie er so tolle Geschichten schreibt, die sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene interessant und spannend sind.

Aber überhaupt war 2012 ein tolles Jahr für mich, was neu entdeckte Autoren angeht. Neben John Green waren auf jeden Fall auch Lindsey Kelk, Amanda Hocking, Guillaume Musso und Jonathan Safran Foer dabei, die mich alle geradezu verzaubert haben, jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.

Die beste TV-Serie...
war für mich dieses Jahr "Once Upon a Time".

Auch hier war die Entscheidung richtig, richtig schwer. Neben neuen Serien wie OUaT oder "Revenge" kamen natürlich auch ältere Serien wie "Glee" in Frage, weil es auch davon ja eine neue Staffel gab. Aber dieses Jahr fand ich persönlich bei OUaT einfach die Mischung aus Idee und Umsetzung am besten. Märchen sind aktuell neben Zombies ja ziemlich beliebt und da gibt es auch viele billige und alberne Umsetzungen in Büchern, Filmen und Serien. Bei OUaT stimmten einfach alle Sachen. Die Schauspieler sind fantastisch, die Kostüme wunderschön, die Geschichte bleibt auch in der zweiten Staffel spannend...was will man mehr?!

So, das war mein persönliches Jahr 2012. Morgen werde ich dann schonmal den SuB fürs nächste Jahr vorbereiten.

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