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Freitag, 5. Juli 2013

"The Wishing Spell (The Land of Stories #1)" von Chris Colfer

Zum Inhalt: Alex and Conner Bailey haben erst vor kurzem ihren Vater verloren - und das ist eins der wenigen Dinge, die die Zwillinge noch gemeinsam haben. Denn sonst sind sie grundverschieden. Alex ist gut in der Schule und bei ihren Mitschülern unbeliebt. Sie liebt nichts mehr als das Lernen und die Märchen, die ihre Oma ihnen auch heute noch vorliest. Conner hingegen ist das genaue Gegenteil. Ihm fällt das Lernen schwer und nach außen hin scheint er mit dem Verlust des Vaters schwerer zurechtzukommen. So recht können sich beide nicht in ihr neues Leben einfügen.

Doch dann schenkt ihre Oma ihnen ihr altes Märchenbuch und die beiden stellen fest, dass es weit mehr als ein Buch ist. Denn plötzlich befinden sie sich mitten in der Märchenwelt und bestreiten Abenteuer mit all den Figuren, die sie schon seit ihrer Kindheit begleiten.

Infos zum Buch: "The Wishing Well", 1. Teil der "The Land of Stories"-Buchreihe, Little, Brown Books, gebundene Ausgabe, 448 Seiten, 14,97 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Chris Colfer ist wahrscheinlich am besten bekannt durch seine Rolle als Kurt Hummel in der US-Serie "Glee". Obwohl ich großer Fan der Serie bin, habe ich nichts von diesem Buch gewusst, bis ich bei Lovelybooks über eine Wanderbuchrunde gestolpert bin. Kurz habe ich überlegt, das Buch gleich selbst zu kaufen, aber wenn sich die Gelegenheit schonmal bietet, kann man doch auch erstmal "gratis" lesen und gucken, ob das was für einen ist, oder? So wartete ich geduldig (haha, als ob das eine meiner Stärken wäre!) Wochen und Monate, bis ich endlich an der Reihe war. Ein paar Mal wurde ich fast schwach und hätte mir das eBook gekauft. Jetzt bin ich froh, es nicht getan zu haben. Denn das Cover / der Umschlag der gebundenen Ausgabe ist schon so schön gestaltet und ich musste das Buch erstmal ganz verliebt anschmachten und befummeln - und es natürlich fotografieren, bevor der Umschlag abkam und durch einen Schutzbezug ersetzt wurde (Wanderbuch-Versauen-Paranoia, in Fachkreisen auch WVP genannt).

Auch innen ist das Buch liebevoll gestaltet, mit passenden Zeichnungen zu jedem Kapitel. Diese haben genau die richtige Länge, sodass man immer gut beim Anfang eines neuen eine Pause einlegen kann und nicht komplett aus der Handlung gerissen wird. Grob orientieren die Inhalte der Kapitel sich an den verschiedenen Ländern / Regionen des "Land of Stories", wodurch es eigentlich in jedem etwas Neues zu entdecken gibt und die Handlung nie langweilig wird.

Ich bin ja selbst, spätestens seit der Serie "Once Upon a Time", so ein kleiner Märchenfan. Ich weiß nicht, ob ich es schonmal erwähnt habe (bloß so gefühlte 7.000 Mal!), aber ich liebe Märchenadaptionen. Ob es jetzt traditionelle Märchen sind, die umgeschrieben und erweitert wurden oder ob es neue Geschichten sind, die sich an Figuren und Inhalten der alten Märchen orientieren. Bei "The Land of Stories" handelt es sich eigentlich um beides. Einerseits sind da Alex und Bailey, die natürlich erstmal ganz normale Kinder sind, die in der uns bekannten Welt zur Schule gehen. Später lernt man zwar auch noch mehr über sie, aber anfangs werden dadurch eigentlich die echte und die Märchenwelt vermischt. Auf der anderen Seite stehen dann ihre Abenteuer im "Land of Stories", die eigentlich fast schon wieder klassische Märchen sind.

Es tauchen natürlich jede Menge Charaktere aus der Welt der Gebrüder Grimm, aber auch aus anderen Geschichten, auf. Schön fand ich hierbei, dass es aber nicht die altbekannten Verhältnisse von Gut und Böse beibehalten hat. Ich mag nicht zu viel verraten, aber manch einer wird sich über die Charaktere von vermeintlich bekannten Figuren wundern.

Das Ende fand ich zwar vorhersehbar, was ich aber nicht schlimm fand, denn hier war eindeutig der Weg das Ziel.

Ich habe mich echt köstlich amüsiert und finde, dass Chris Colfer hier, mit ein wenig Unterstützung der uns allen schon bekannten Märchenfiguren, ein tolles modernes Märchen geschaffen hat. Ich bin begeistert!

Im August erscheint übrigens der zweite Teil, "The Enchantress Returns", und spätestens dann wird auch gleich "The Wishing Spell" als permanenter Bewohner in mein Regal einziehen.

Bewertung:

Mittwoch, 15. Mai 2013

"Grimm" von Christoph Marzi

Zum Inhalt: Die 17-jährige Vesper Gold ist Tochter berühmter Eltern. Ihr Vater ist Regisseur, ihre Mutter eine Konzertpianistin - doch Vesper selbst macht eher durch ihr rebellisches Benehmen auf sich aufmerksam. Dies ist nur noch schlimmer geworden, seit sie zu ihrer Mutter nach Hamburg ziehen musste.

Doch dann stirbt ihr Vater und hinterlässt ihr einen Ring, einen Schlüssel und dazu einen seltsamen Brief, der sie vor den Wölfen warnt. Welche Wölfe er meint, erfährt Vesper schon kurz darauf, denn diese haben sich bereits auf die Jagd nach ihr gemacht. Auf ihrer Flucht trifft sie auf den kuriosen Leander Nachtsheim, der ebenfalls von den Wölfen gejagt zu werden scheint. Gemeinsam befinden sie sich plötzlich mitten in einem Abenteuer und erleben Dinge, die keiner von ihnen sich je hätte vorstellen können.

Infos zum Buch: "Grimm", Heyne Verlag, Taschenbuch, 560 Seiten, 9,99 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Die ersten Lobgesänge zu dem Buch bin ich ja bereits losgeworden. "Grimm" konnte mich wirklich direkt schon von der ersten Seite an fesseln. Ich hatte mich damals in den ersten Sonnenstrahlen mit einem Kaffee bei Starbucks hingesetzt und wollte gemütlich schonmal ein paar Seiten lesen. Tja...der Kaffee war dann schon lang leer und ich war immer noch fasziniert am lesen. :)

Bei so einem Start habe ich ja immer die leise Befürchtung, dass das Buch seine eigenen Versprechungen nicht halten kann. Gerade bei so dicken Büchern besteht die Gefahr, dass die Spannung sich verliert. Die Befürchtung war aber größtenteils unbegründet. Zwar geht Christoph Marzi hier auch wieder ordentlich ins Detail, beschreibt Personen, Gegenstände und Orte ganz genau, und pocht auch immer wieder darauf, Vespers Gedanken und Gefühle darzustellen. Aber irgendwie ist das auch wieder passend, denn das sorgt für eine ganz komische Atmosphäre. An vielen Stellen "lebt" die Geschichte in Vespers Kopf und der Leser erlebt das so mit. Nur ganz selten hatte ich das Gefühl, dass die Handlung so unnötig verzögert wurde.

Aufgebaut ist die Geschichte in einzelne Kapitel und scheinbar auch zwei Abschnitte. Letzteres ist aber nur eine Vermutung, denn zwischen zwei Kapiteln im letzten Drittel des Buches befand sich eine leere Seite. Falls das kein Fehler des Verlags war, könnte ich mir gut vorstellen, dass so die Wendung der Handlung dargestellt wird, die an der Stelle stattfindet. Die Kapitel sind relativ lang. So lang, dass ich zwischendurch vergessen hab, dass es überhaupt welche gibt. Ich glaube, es gab insgesamt in dem Buch nur sechs oder sieben davon. Normalerweise mag ich lieber kurze Kapitel, da das meiner Meinung nach das Lesen auflockert. Hier hat man das aber gar nicht gestört.

Die Handlung läuft recht langsam an, was aber auch gut ist, weil es so unglaublich viel für Vesper zu entdecken gibt. Zum Ende hin wird es dann immer rasanter und das Ende hat mir persönlich mit am besten gefallen, denn da zeigt sich erst einmal richtig, wie viel Fantasie die Autor hat.

Obwohl die Geschichte mir schon sofort so gut gefallen hat, war ich mit Vesper als Protagonistin zuerst nicht ganz glücklich. Anfangs wirkte sie mir zu sehr wie ein störrischer Teenie. Rebel without a cause, sozusagen. Mit der Geschichte erfährt man aber auch mehr über ihre Familie und ihre Vergangenheit. Zwar fand ich sie manchmal immer noch ein bißchen unsympathisch, aber eigentlich mochte ich sie doch ganz gern. Mein persönlicher Favorit unter den "Charakteren" war aber ganz klar Edgar. Ich möchte hier nicht zu viel zu ihm verraten und sage deshalb nur ganz verzückt: Awww! <3

Ganz klare Kaufempfehlung, auch wenn man sonst weniger mit Fantasyromanen anfangen kann.

Bewertung:

Samstag, 23. März 2013

"A Game of Thrones (Bd. 1)" von George R.R. Martin

Zum Inhalt: Eddard und Cately Stark haben als Lord und Lady ein gemütliches Leben mit ihren Kindern im nördlichen Winterfell. Bis Eddard's alter Freund Robert, der mittlerweile König ist, zu Besuch kommt und von ihm verlangt, dass er mit ihm in das südliche King's Landing reisst und sein Berater wird. Denn das Regieren fällt diesem schwer, zumal das Haus Targaryen eine ständige Bedrohung darstellt. Denn Vyseris Targaryen säße auch nur zu gern selbst auf dem eisernen Thron.

Zeitgleich erreichen Lord und Lady Stark auch die Gerüchte, dass es die Königin gewesen sein soll, die für den Tod des vorherigen Beraters des Königs verantwortlich sein soll. Denn auch diese will nur sich oder ihre Familie, die Lannisters, auf dem Thron sehen.

Infos zum Buch: "A Game of Thrones", Band 1 der Serie "A Song of Ice and Fire", Bantam, Taschenbuch, 864 Seiten, 6,00 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Was habe ich vor diesem Buch Angst gehabt! Die Stimmen waren ja durchweg positiv, aber eben auch meistens von eingefleischten Fantasylesern. Außerdem hat mir durchweg jeder erzählt, dass er das Buch soooo toll fand, aber eben auch sooooo lange dran gelesen hat. Das hat sich für mich dann irgendwie gebissen. Will man ein richtig tolles Buch nicht gleich auslesen? Hmm...

Im Nachhinein muss ich sagen: Alle hatten Recht! Das Buch zieht sich und zieht sich, aber gleichzeitig will man auch, dass es nie aufhört. Dass es sich stellenweise zieht, ist natürlich auch richtig, denn der Autor legt sehr viel Wert auf Details, auch an Stellen, bei denen man als Leser sie jetzt nicht unbedingt so sehr gebraucht hätte. Andererseits schafft er es so aber auch, eine ganz wunderbare Welt zu erschaffen, von der man gar nicht glauben kann, dass sie nicht real ist. Und real erscheint sie wirklich häufig, denn grundsätzlich orientiert sich George R.R. Martin an einem historischen Buch. Es gibt Burgen und Schlösser, man bewegt sich hoch zu Ross fort und bekämpft sich gegenseitig mit Schwertern. Zunächst ist es deshalb eigentlich auch nur der Blick auf die im Buch enthaltene Landkarte, die einem beweist, dass die Geschichte nicht in einem realen Land spielt. Mit der Zeit geschehen allerdings auch immer mal wieder unerklärliche Dinge, die einen an Magie und Fantasy denken lassen.

Aufgebaut ist das Buch in einzelne Kapitel, die immer wieder zwischen den Perspektiven einzelner Charaktere wechseln. Schön ist hier, dass sich die Geschichte so trotzdem fortentwickelt, anstatt immer nur gleiche Ereignisse aus unterschiedlicher Sicht darzustellen. Meist reflektiert der Anfang eines Kapitels ein wenig und stellt dar, wie vorherige Ereignisse den aktuellen Charakter beeinflusst haben, dann geht es aber auch rasch vorwärts. Die Kapitel sind meistens so 10-20 Seiten lang, was den dicken Wälzer gehörig auflockert. An manchen Stellen war ich etwas genervt davon, weil nicht alle Kapitel direkt aneinander anknüpfen. So haben z.B. die Ereignisse um Vyseris und Danaerys Targaryen anfangs gar nicht direkt etwas mit der Geschichte in King's Landing und um das House Stark zu tun. Und manche Charaktere ware mir persönlich auch einfach nicht so sympathisch, weshalb mich ihr Schicksal weniger interessiert hat. Aber insgesamt greifen alle Kapitel gut ineinander und es ist interessant, wie sich die Wege der einzelnen Personen trennen und später wieder aufeinandertreffen.

Auch schön ist, dass es etwa 60 Seiten Appendix gibt, in welchem auf die einzelnen Häuser der Geschichte eingegangen wird. Dort werden Personen den Häusern und ihrer Funktion zugeordnet. Und da es nunmal so viele Personen sind, hilft einem das ordentlich, den Überblick zu behalten. Ich hatte von einer Freundin anfangs den Tipp bekommen, da immer mal wieder nachzuschlagen und diesen gebe ich auch gerne weiter. Auch hat es mir geholfen, dass ich wenigstens schon einmal zwei oder drei Folgen der Serie gesehen und somit Gesichter zu den Namen hatte. Ich merke mir Namen so schlecht, hatte so aber gleich eine Person vor Augen.Dabei hatte ich auch nicht das Gefühl, dass irgendwas gespoilert war, deshalb gebe ich auch das als Tipp weiter.

Ich fand "A Game of Thrones" einfach super, trotzdem ich keine Wahnsinns-Fantasyleserin bin. Ich verstehe den Hype jetzt vollkommen und mir hat in diesem Buch nichts gefehlt bzw. fand ich es auch nie zu trocken oder zäh, wie man es bei so dicken Büchern des Genres ja häufig befürchtet. Einziger Nachteil: Ich will den nächsten Teil. Sofort! :)

Bewertung:

Donnerstag, 24. Januar 2013

"Die Stadt der träumenden Bücher" von Walter Moers

Zum Inhalt: Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz befindet sich in einer Sinnkrise. Gerade ist sein Dichtpate gestorben und er selbst hat zudem noch nicht ein einziges Buch veröffentlicht. Wie kann er sich da Dichter nennen? Und dann hat ihm sein Dichtpate auch noch ein Manuskript hinterlassen, welches so perfekt, so vollkommen ist, dass Hildegunst den Verfasser unbedingt finden will. Deshalb macht er sich auf ins ferne Buchhaim, das Mekka für alle Buchfans (also eigentlich jeden) in Zamonien. Dort beginnt ein unglaubliches Abenteuer für Hildegunst und bald lernt er noch wesentlich mehr von Buchhaim kennen, als er sich vorher erträumt hätte.

Infos zum Buch: "Die Stadt der träumenden Bücher", Piper, Taschenbuch, 480 Seiten, 12,99 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Wer kennt Walter Moers nicht? Käpt'n Blaubär, Das kleine Arschloch...und unzählige weitere schrägte Geschichten. Gemeinsam haben sie alle, dass sie einen sehr überspitzten Humor haben und sehr wortreich amüsant erzählt werden. Schon allein die Sprache von Walter Moers wirkt daher skurril. Genau so kommt auch die Geschichte von Hildegunst von Mythenmetz daher. Übertrieben und geschwätzig kommt er daher, aber auch sehr liebenswert, weil er selbst so herrlich naiv und ahnungslos ist.

Das Buch ist zwar in einzelne Abschnitte und Kapitel unterteilt, aber eigentlich sind es längst nicht nur diese, die die Geschichte unterteilt. Denn eigentlich gibt es hier nicht nur eine einzelne Geschichte. Obwohl die Reise von Hildegunst sicherlich die Haupthandlung ist, besteht das Buch doch auch aus vielen kleinen Kurzgeschichten, wie man sie aus den Erzählungen von Käpt'n Blaubär kennt, die als Anekdoten und Hintergrundinformationen in die Geschichte eingebaut wurden. So werden in liebevoller Kleinarbeit immer neue Wesen, Bücher, Genres und historische Begebenheiten von Moers beschrieben, die auch für sich allein schon lustige kleine Kurzgeschichten ergeben. Sie alle in dieser Geschichte zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen, schaffen sicherlich wenige Autoren, aber Walter Moers ist das hier ganz wunderbar gelungen. Manche Ausführungen waren mir persönlich zwar zu lang und ließen die spannende Handlung zu sehr stocken, dafür konnte ich selbst dann nur über die Fantasie des Autors staunen.

Ob es sich jetzt um ein für Kinder und Jugendliche geeignetes Buch handelt, könnte ich schwer sagen. Stellenweise ist die Geschichte schon sehr einfach und vorhersehbar. Wobei es dabei dann auch eher darauf ankam, wie sie zustande kam, statt auf den Überraschungseffekt. Und die meisten Kinder dürften wohl auch von der bunten Welt Zamoniens ganz verzaubert sein. Sonst geht es in der Geschichte aber häufig doch sehr brutal und gruselig zu. In den Katakomben von Buchhaim möchte ich jedenfalls nicht spazieren gehen.

Am schönsten fand ich jedoch auf den Fall diese ganz große Liebe zu Büchern, die alle Bewohner Zamoniens vereint. Manchmal habe ich gedacht, dass auch die ganzen Buchblogger und -fans diverser Lesecommunities ein solches Buch hätten schreiben können. Oder dass Zamonien "unsere" Welt ist. Denn Bücher sind dort wirklich das ganz große Ding. Es gibt unzählige Genres und Dichter, ganz Buchhaim besteht fast ausschließlich aus Antiquariaten und anderen Orten, wo man Bücher entweder kaufen, lesen oder seine Liebe zu ihnen sonstwie zelebrieren kann. Wer möchte da nicht gern leben?!

Ein absolut bezauberndes Buch, das jetzt schon zu meinen Favoriten gehört!

Bewertung:

Montag, 10. Dezember 2012

"The Night Circus" von Erin Morgenstern

Zum Inhalt: Celia und Marco wachsen getrennt voneinander auf. Trotzdem sind ihre Leben seit ihrer frühesten Kindheit miteinander verbunden. Denn ihre beiden Mentoren, Celias leiblicher und Marcos Adoptivvater, haben einen Pakt geschlossen. Jeder hat seinen Zögling als Kontrahent in einem magischen Wettkampf angeboten. Die Arena hierfür ist der "Zirkus der Träume" und weder Celia noch Marco können sich diesem entziehen. Sie müssen kämpfen und ihre Kräfte unter Beweis stellen, bis einer der beiden unterliegt. Dabei kennen sie nur grob die Regeln und wissen auch nicht, wie genau Sieg oder Niederlage definiert sein werden. Trotz diesem erbitterten Kampf fühlen sich beide immer mehr zueinander hingezogen.

Infos zum Buch: "The Night Circus", Anchor, Taschenbuch, 512 Seiten, 5,70 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: So ein schönes Buch! Hier hatte ich wirklich ganz oft den Eindruck, dass Erin Morgenstern selbst schon im "Zirkus der Träume" war. Sonst muss ich wirklich den Hut vor ihr ziehen. Denn dass man sich so viele Details so genau vorstellen und diese so toll beschreiben kann, dass sogar der Leser meint, mitten in einem Zirkuszelt zu stehen, ist schon wirklich eine tolle Leistung.

Das Buch ist aufgeteilt in vier große Teile, die sich meinem Eindruck nach hauptsächlich dadurch unterscheiden, dass die Handlung an Geschwindigkeit und Spannung gewinnt. Diese Teile sind noch einmal in kleinere Kapitel unterteilt. Anfangs erscheint die Aufteilung ein wenig verwirrend, denn die Kapitel springen nicht nur zwischen den einzelnen Orten und Personen hin und her, sondern auch in der Zeit. Insgesamt zieht sich die Geschichte über mehrere Jahrzehnte, die Kapitel springen jedoch von der Anfangszeit des Zirkusses bis zum Ende der Geschichte. Man meint zunächst, dass man da nicht mehr mitkommt, aber ich fand es im Gegenteil sogar spannend. So bekam man Hintergrundinformationen immer genau zum richtigen Zeitpunkt. Wäre die Geschichte dem chronologischen Ablauf gefolgt, hätte man einige Sachen zu früh erfahren oder zu schnell wieder vergessen. Immer wieder gibt es auch kleine "Kapitel" in denen Morgenstern einfach nur den Eindruck beschreibt, den ein Besucher bekommen würde, die Eindrücke, die man sammelt, die Gerüche, Geräusche, etc.

Der Schreibstil von Erin Morgenstern wirkt dabei auch fast magisch. Dadurch würde ich das Buch natürlich niemandem empfehlen, der in der englischen Sprache noch nicht ganz zu Hause ist, aber zum Glück gibt es dafür ja auch bereits die deutsche Version. Ob diese sprachlich genauso schön ist, kann ich natürlich nicht sagen. In die englische Version habe ich mich allerdings verliebt. Ich würde sagen, dass die Sprache stellenweise wirklich altbacken ist, was aber super zum Buch passt, da die Geschichte am Ende des 19. Jahrhunderts spielt. Da wundert es einen natürlich auch nicht, dass die Leute in Scharen zum Zirkus strömen, doch auch in der heutigen Zeit wäre dieser Zirkus wohl absolut besonders und würde jeden bezaubern, der sich die Zeit nimmt, auf die großen und kleinen Details zu achten.

Schön finde ich auch, dass der Leser kaum mehr erfährt als Marco und Celia. Bis zum Ende des Buches bleiben viele Dinge im Unklaren und eigentlich bekommt man nur das Nötigste erklärt. Der Rest bleibt ein Mysterium und dadurch behält die Geschichte auch ihre Magie.

Obwohl Celia und Marco den Kern der Geschichte bilden und es hier natürlich auch zu einer Liebesgeschichte kommt, setzt Erin Morgenstern den Fokus nicht zu sehr darauf. Jeder auch noch so kleine Charakter in dieser Geschichte bekommt die Möglichkeit, im Scheinwerferlicht zu stehen, wie eben auch im Zirkus selbst. Die Hintergrundgeschichten werden zumindest kurz erwähnt und jeder Charakter und dessen Entwicklung werden liebevoll und nachvollziehbar dargestellt.

Ich war absolut begeistert von diesem Buch, auch wenn ich lange daran lesen musste, weil es aufgrund der vielen Details stellenweise doch auch anstrengend war.

Bewertung:

Dienstag, 27. November 2012

"Untot - Lauf, solange du noch kannst" von Kirsty McKay

Zum Inhalt: Na toll! Als ob es nicht schon schlimm genug ist, dass Bobby mit ihrer neuen Klasse in den Skiurlaub fahren musste, bricht auf der Rückfahrt auch noch das totale Chaos aus. Ihre ohnehin mehr als beschränkten Mitschüler verwandeln sich in Zombies und Bobby und eine kleine Gruppe weiterer Schüler kämpfen darum, nicht auch gebissen zu werden. Gleichzeitig stellt sich ihnen natürlich auch die Frage, wie es überhaupt zu dieser Katastrophe kommen konnte.

Infos zum Buch: "Untot - Lauf, solange du noch kannst", Chicken House Carlsen, Taschenbuch, 368 Seiten, 14,95 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Zombies...da war ich ja nun so überhaupt nicht in der Materie drin. Ehrlich gesagt habe ich es auch eher mit Belustigung beobachtet, wie sich auf einmal die Regale in den Buchhandlungen mit Büchern zu eben jenem Thema füllten. Vampire habe ich ja noch halbwegs nachvollziehen können, gerade im Bereich Jugendbuch. Der attraktive übernatürliche Typ, der einem dann sein dunkles Geheimnis anvertraut... Aber Zombies? Als dann auch noch das "Untot in Deutschland"-Projekt angefangen hat, war meine Neugierde genug geweckt, um mich auch einfach mal anzumelden. Darüber kam ich dann auch schließlich an "Untot - Lauf, solange du noch kannst". Zugegebenermaßen wohl kein Buch, dass ich mir rein vom Titel her selbst gekauft hätte. Zu groß wäre da meine Sorge gewesen, dass das doch nichts für mich ist.

Umso positiver war ich überrascht, als sich das Buch tatsächlich als richtig spannend und unterhaltsam herausgestellt hat. Gleich auf den ersten Seiten hat mich der humorvolle Erzählstil der Autorin gefesselt. Das Buch ist aus Bobbys Sicht geschrieben und die hat eine ordentliche Menge Humor und Sarkasmus im Gepäck. Leicht hat sie es nun wirklich nicht. Erst vor sechs Monaten ist ihr Vater gestorben, kurz darauf hat ihre Mutter sie zurück nach Großbritannien geschleppt, in ihrer neuen Klasse mag sie niemand und sie hat keine Freunde, und genau mit denen muss sie dann auch noch in den Skiurlaub fahren. Also hat sie sich ein dickes Fell in Form von schwarzem Humor zugelegt.

Ebenso toll wie Bobby fand ich Smitty, einen ihrer Mitschüler. Der hat sogar einen noch krasseren Humor, teilweise leicht politisch inkorrekt, dafür umso lustiger. Gemeinsam machen die beiden sich eigentlich über alles und jeden lustig, wirken trotzdem aber nie überheblich oder ungerecht. Nicht zuletzt deshalb, weil sie auch selbst Kritik einstecken und sich im Kampf gegen die Zombiemassen wirklich gut schlagen.

Dieser locker-flockige Erzählstil half dann auch über einige Schwachstellen hinweg. Die kleinste davon wären wohl unliebsame Charaktere wie Alice. Die ist das beliebteste Mädchen der Klasse und macht Bobby ganz schön das Leben schwer. Klar, dass ausgerechnet auch sie überlebt hat. Dass sie unsympathisch ist, ist ja noch nicht einmal das Problem. Im Gegenteil bringen genau solche ja auch Würze in die Geschichte. Aber Alice verhält sich teilweise einfach so furchtbar und vor allem nicht mehr nachvollziehbar überheblich, dass es stellenweise wirklich genervt hat. Sie schwankt ständig zwischen Angsthase und Oberzicke und der Wechsel kommt meistens blitzschnell und ohne erkennbaren Anlass. Das grenzt dann leider fast schon an Schwarz-Weiß-Malerei.

Das größere Problem sind aber leider unrealistische Wendungen in der Geschichte. Was bei einem Buch dieser Art natürlich schon etwas schräg klingt. Nichts soll hierbei realistisch sein. Aber für viele Ereignisse gibt es für meinen Geschmack einfach zu wenige Erklärungen, die alles glaubwürdig erscheinen lassen.Und viele Entscheidungen der Charaktere sind ebenso nicht nachvollziehbar. Wenn die Zombie-Apokalypse bevorsteht, macht man sich wirklich die Mühe, nach Schlüsseln zu suchen, anstatt Türen einfach einzutreten?

Insgesamt fand ich "Untot - Lauf, solange du kannst" aber wirklich gut und unterhaltsam. Für ein Jugendbuch fand ich es auch überraschend gruselig und spannend. Teilweise konnte ich es überhaupt nicht aus der Hand legen und habe es so tatsächlich trotz Arbeit und Müdigkeit in knapp drei Tagen beendet.

Bewertung:

Vielen Dank an den Carlsen Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 24. September 2012

[Trylle Trilogy #1] "Switched" von Amanda Hocking

Zum Inhalt: An ihrem sechsten Geburtstag hat Wendy Everly knapp einen Mordversuch überlebt, ausgeübt von ihrer eigenen Mutter. Die glaubt nämlich, dass Wendy nicht ihr Kind ist und gegen ihren eigenen Sohn vertauscht wurde.

Heute ist Wendy 17 und mittlerweile glaubt auch sie, dass sie nicht in diese Familie gehört. Zwar wohnt sie nun bei ihrer Tante Maggie und ihrem Bruder Matt, die sie beide liebt und die sie auch gut behandeln, aber dennoch kann sie das Gefühl nicht abschütteln, dass sie anders ist und hier nicht hingehört. Sie sieht nicht nur anders aus als alle in ihrer Familie und hat völlig andere Charaktereigenschaften, sondern sie hat auch gemerkt, dass sie über die Fähigkeit verfügt, die Gedanken anderer zu beeinflussen. Plötzlich taucht auch noch Finn an ihrer Schule auf, der ihr genau diesen Verdacht bestätigt und sie in das eigentlich für sie bestimmte Leben zurückbringen will.

Infos zum Buch: "Switched", Pan Macmillan, Taschenbuch, 356 Seiten, 8,30 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Die Bücher der Trylle Trilogy hatte ich schon länger im Auge. Aber irgendwie hatten die Buchläden immer nur den zweiten und dritten Band auf Lager. Und dann ist es ja immer, wie es so ist: Man nimmt sich vor, es später zu bestellen und vergisst es dann doch wieder. Als ich dann kürzlich "Switched" in der Thalia sah, nahm ich es gleich mit und weil ich so gespannt war und sowieso ein neues Buch anfangen wollte, kam es auch gleich an die Reihe.

Was mich an dem Buch von Anfang an fasziniert hat war, ohne abfällig wirken zu wollen, dass es sich um Young Adult Fantasy handelt, aber keine Vampire oder Werwölfe vorkommen. Die sind meiner Meinung nach momentan einfach so ausgelutscht, dass ich die Bücher schon immer angeödet aus der Hand lege.Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass es sich hier um Trolle handelt. Wie viele Autoren es auch mit Vampiren gemacht haben, hat Amanda Hocking aber auch hier ihre eigene Vorstellung umgesetzt und bedient sich nur bei wenigen Clichés zu diesen Wesen.

Anfangs fand ich es schwer, Wendy wirklich zu mögen, weil ihre Geschichte einfach so typisch beginnt. Das Außenseiter-Mädchen, still und in sich gekehrt, ernster und verträumter als ihre Altersgenossinnen. Doch das ändert sich relativ schnell, ihr Charakter gewinnt an Tiefe und lässt sich auch besser einschätzen.Stellenweise hätte ich mir zwar gewünscht, dass die Autorin sich mehr Zeit nimmt, um Wendys Motive für ihre Handlungen zu beschreiben, weil so die ein oder andere Stelle schwer nachvollziehbar erscheint. Aber andererseits stört das auch nicht wirklich den Verlauf der Geschichte.

Im Gegenteil liest sich "Switched" sehr flüssig und spannend. Man möchte nicht nur endlich wissen, wie es weitergeht, sondern auch mehr über die Trylle lernen. Die wohnen nämlich zwar auch in einem ganz normal wirkenden Städtchen in den USA, haben aber ihre ganz eigenen Regeln und Traditionen. Gerade weil Trolle für mich komplett neue Wesen sind, war es spannend zu erfahren, was Amanda Hocking sich darunter vorstellt und wie sie es umsetzt.

Natürlich entwickelt sich zwischen Wendy und Finn auch eine kleine Liebesgeschichte. Doch die wirkt nicht zu kitschig und wird auch nicht übertrieben in den Vordergrund gedrängt.Das wäre auch gar nicht nötig, denn was Emotionen angeht, hat Wendy genug Baustellen. Sie vermisst ihre Familie, lernt neue Leute kennen, deren Rollen in ihrem Leben sie verwirren und muss sich dazu auch noch in ihre neue Identität einleben. Da spielt die Liebesgeschichte mit Finn natürlich nur eine von vielen Rollen.

Mich hat "Switched" richtig begeistert. Sicherlich hat der Schreibstil stellenweise Schwächen, was aber, denke ich, einfach auch am Alter und der Erfahrung der jungen Autorin liegt. Man merkt jedoch, dass sie sich wirklich Mühe gegeben hat, eine sehr originelle Geschichte zu erfinden, bei welcher sie auch viel Wert auf Details legt.

Was übrigens gut passt ist, dass ich aktuell die US-Serie "Once Upon a Time" (läuft aktuell auf Super RTL, ich empfehle aber, online die Originalversion zu schauen) liebe. Zwar geht es da um Märchenbuchcharaktere, aber auch die leben in einem kleinen Städtchen in den USA, haben eine strenge Anführerin und erinnern mich einfach an vielen Stellen an die Geschichte aus "Switched". So habe ich viele von ihnen vor Augen gehabt, als ich das Buch gelesen habe.

Bewertung:

Freitag, 22. Juni 2012

Die Rebellin von Trudi Canavan

Zum Inhalt: Die Stadt Imardin ist aufgeteilt in die wohlgestellten Magier und die in normalen bis schlechten Verhältnissen lebenden Bürgern. Besonders Arme und Bettler sind den Magiern ein Dorn im Auge, weshalb diese jedes Jahr bei der sogenannten "Säuberung" aus der Stadt geworfen werden.

Nicht allein dadurch machen die Magier sich bei der restlichen Bevölkerung natürlich wenig beliebt und immer wieder greifen diese zu zum Teil gewalttätigen Mitteln, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Das verläuft jedoch immer ohne Konsequenzen, da die unbeliebten Magier sich durch ihre Kräfte gut zu schützen wissen. Bis eines Tages die junge Sonea es plötzlich schafft, den Schutzschild zu durchbrechen und einen Magier zu verletzen. Das allein wäre schon schlimm genug, doch kommt auch schnell der Verdacht auf, dass sie ebenfalls über magische Kräfte verfügt. Aus Angst vor den Konsequenzen flüchtet sie und muss sich vor den Magiern verstecken.

Infos zum Buch: "Die Rebellin", Teil I der "Gilde der Schwarzen Magier"-Trilogie, Blanvalet Taschenbuch Verlag, Taschenbuch, 543 Seiten, 9,95 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Das Buch hatte bei den Lovelybooks-Buchempfehlungen für mich im Juni um Längen gewonnen. Fast alle Teilnehmer stimmten dafür und, obwohl ich mich natürlich schon durch den Kauf dafür entschieden hatte, ich war richtig neugierig darauf. Die Geschichte selbst klingt richtig abenteuerlich und für mich auch sehr originell.

Leider konnte das Buch dann zumindest für mich nicht das halten, was ich mir davon versprochen hatte.

Zunächst einmal fand ich die ganze Flucht und das Verstecken einfach sehr langatmig. Es passiert auf den ersten paar Hundert Seiten sehr wenig oder zumindest hat man das Gefühl. Es werden abwechselnd die Geschehnisse um und mit Sonea und die in der Magiergilde beschrieben. Dabei folgt man Sonea jedoch nur von Versteck zu Versteck, ohne dass wirklich etwas passiert. Es werden auch ständig neue Charaktere hinzugefügt, die zwar gut beschrieben, aber doch zum Teil irgendwie farblos sind. So kann man bei vielen nach ein paar Seiten dem Namen schon keine Funktion mehr zuordnen.

Zudem hat die Autorin sich eine wahnsinnig originelle Welt ausgedacht. Ähnlich der Welt der Zauberer in den Harry Potter-Büchern ist hier vieles real, wie wir es kennen, wird aber z.B. mit komplett erfundenen Wesen gemischt. Leider werden aber einige Sachen auch nicht wirklich erklärt. So wird z.B. auch immer wieder erwähnt, dass Charaktere Namen von Tieren haben. Jedoch wird nur wenig erklärt, um welche Tiere es sich dabei handelt. Das sind zwar Kleinigkeiten, die aber doch dazu führen, dass ganze Paragraphen quasi an mir vorbei gingen.

Mein Hauptproblem war allerdings, dass ich einfach mit den Charakteren nicht warm wurde. Besonders schlimm war das bei der Protagonistin, Sonea, die ich einfach unsympathisch und für ihre Rolle viel zu blass fand. Auch hier bekommt man Informationen zu ihr eher häppchenweise und für mich war wenig dabei, was überhaupt dafür gesorgt hätte, dass ich sie irgendwie hätte greifen können. Ähnlich verhält es sich mit ihren Freundin, die ihr zwar bei der Flucht helfen und dadurch immer wieder auftauchen und erwähnt werden, zu denen man aber herzlich wenig erzählt bekommt. Wie genau wer mit wem verbandelt ist, erfährt man auch eher zwischen den Zeilen und auch hier waren mir einfach zu wenig persönliche Informationen vorhanden, um wirklich eine Beziehung zu ihnen aufbauen zu können. Die einzigen, die mir zumindest von ihrer Handlungsweise und dem leicht trockenen Humor her sympathisch waren, sind die Magier Rothen und Dannyl.

Weil mir die Geschichte an sich trotzdem noch gefallen hat und ich sehr beeindruckt war von der ganzen originellen Welt, die die Autorin sich ausgedacht hat, kann ich aber trotzdem noch drei Kittens vergeben. Trotzdem bezweifle ich, dass ich die anderen beiden Teile auch noch lesen werde.

Bewertung:

Samstag, 14. Januar 2012

Rivers of London von Ben Aaronovitch

Zum Inhalt: Peter Grant befindet sich in der Ausbildung bei der Metropolitan Police in London. Er und die anderen Auszubildenden stehen kurz davor, ihre zukünftigen Stellen zu erfahren und es ist seine größte Angst, irgendeinen Schreibtischjob zugeteilt zu bekommen. Doch dann passier ein Mord in Covent Garden und plötzlich wird Peter von einem Geist angesprochen, der den Mord beobachtet haben will. So stellt sich heraus, dass Peter über Kräfte verfügt, die ihn schließlich zu einer geheimen Abteilung der Polizei bringt, welche sich mit übernatürlichen Geschehnissen und Magie beschäftigt. Und so wird Peter zum ersten Zauberer-Auszubildenden der Metropolitan Police.

Meine Meinung: Das Buch hatte ich in London gesehen und musste es sofort mitnehmen. Die Idee klang einfach super und total ungewöhnlich. Tatsächlich hat mich das Buch dann letztendlich auch nicht enttäuscht. Aaronovitch hat wirklich einige geniale Ideen und mixt diese gekonnt mit realen Tatsachen.

Einzig der Schreibstil hat dann letztendlich doch für einen Punkteabzug gesorgt. Oft wird mir der Autor zu technisch, versucht Dinge wie wissenschaftliche Tatsachen zu beschreiben, die aber nunmal rein seiner Fantasie entsprungen sind und deshalb keine solchen wissenschaftlichen Belege haben. Deshalb bleibt das Verständnis des Lesers auf der Strecke und der Autor verstrickt sich in langen Beschreibungen und Quellenangaben, die aber ebenfalls seinem Kopf entsprungen sind. Zudem ist es etwas verwirrend, dass gleich im ersten Teil dieser Serie so viele verschiedene Punkte der magischen Welt beschrieben werden. Einerseits ist da die Geschichte, die sich auf den Titel bezieht, und welche von den Flüssen Londons handelt. Diese hat allerdings wieder nicht viel mit dem eigentlichen Fall zu tun, welche Peter zur Folly (das Hauptquartier seiner Spezialeinheit und offensichtlich auch der Name dieser Serie) bringt. An sich ist es ja nicht schlimm, wenn ein Buch viel Handlung hat, aber da dies doch alles sehr neu und ungewohnt ist, kommt man als Leser oft nicht ganz mit.

Das Buch ist komplett aus der Sicht von Peter geschrieben. Der ist ein Londoner mit afrikanischen Wurzeln und dem entsprechend gibt es auch viel Slang und er klingt nunmal wie ein junger Mann Mitte 20. Das ist für ein Fantasybuch vielleicht ungewöhnlich, passt aber sehr gut zur Geschichte und gibt ihr einen eigenen Charakter. Der einzige Punkt, an welchem ich sowohl die Sprache als auch den Charakter an sich unglaubwürdig fand war, als Peter zum ersten Mal Kontakt mit seiner neuen Gabe hat. Auch ein erwachsener Mann und Polizist dürfte doch etwas weniger cool reagieren, wenn er plötzlich mit einem Geist spricht. Das war allerdings, wie gesagt, der einzige Punkt, an welchem mir die Geschichte nicht gefallen hat.

Es gibt bereits den zweiten Teil der Reihe, "Moon over SoHo", und ich denke, der wird auch sehr bald in meinem Regal stehen.

Bewertung: