Montag, 28. November 2011

A Cat Called Norton von Peter Gethers

Zum Inhalt: Peter mag Hunde und hat auch schon genaue Vorstellungen davon, was für einen er haben möchte, wie dieser heißen soll und wie sich das Leben mit dem besten Freund des Menschen so gestalten soll. Katzen dagegen hasst er abgrundtief. Bis seine Freundin in plötzlich vor vollendete Tatsachen stellt: Er ist ab sofort Ziehvater, bester Freund und Mitbewohner von Norton, einem kleinen Scottish Fold-Kater. Der ist nicht nur durch seine exotische Rasse (diese zeichnet sich durch die eingerollten Öhrchen aus) irgendwie "anders" und so überrascht es eigentlich niemanden, dass Peter quasi über Nacht zum "crazy cat gentleman" wird.

Meine Meinung: Schon beim Cover wollte ich ja quasi dahinschmelzen. Und auch schriftlich stellt sich Norton genau so niedlich dar. Dabei habe ich aber festgestellt, dass das Lesevergnügen hier tatsächlich der Anschaffung eines Kätzchens gleicht. Anfangs ist alles süß und toll und man sucht erst gar nicht nach dem Haken. So nach und nach kommt dann aber doch die Realität ins Spiel. Als Katzenbesitzer sind das dann zerkratzte Möbel, bei Norton ist das die Frage, wie viele der erzählten Geschichten tatsächlich wahr sind. Oder hat Peter Gethers da doch einige Sachen ein wenig sehr ausgeschmückt?

Grundsätzlich ist natürlich auch hier wieder offensichtlich, dass der Autor seine Katze als Vorwand nutzt, um ein wenig autobiografisch zu schreiben. In dem Fall ginge das auch kaum anders, denn wo er ist, ist auch Norton. Ja, tatsächlich bereist der Kater sogar die Welt mit ihm, und das per Auto, Fähre, Flugzeug. Und das oft als richtiger Passagier, also nicht eingesperrt in einem Container. Er begleitet ihn auch in Restaurants oder zu geschäftlichen Anlässen. Somit ist Nortons Geschichte natürlich auch seine eigene. Als Katzenbesitzer kommt man da natürlich in Versuchung. Er beschreibt zwar auch einzelne Probleme, die er z.B. bei der Buchung von Hotelzimmern hat. Nicht jedes Hotel ist begeistert von vierbeinigen Gästen. Grundsätzlich ist es aber überraschend unproblematisch für ihn, Norton wie einen menschlichen Freund mitzunehmen. Und darf man seinen Schilderungen glauben, ist das in Europa sogar noch einfacher, ja, die Hoteliers seien geradezu verrückt nach Haustieren in Begleitung ihrer Gäste. Das bringt mich natürlich dazu, mich zu fragen, wie es denn wohl wäre...?! Aber nein, ich bin mir sicher, dass meine zwei Miezen garantiert nicht ruhig auf ihrem Stuhl säßen, bis ich mit dem Abendessen fertig bin. Und sie folgen mir auch sicher nicht mehrere Kilometer zu Fuß zum Supermarkt. Da fangen dann auch meine Zweifel an. Dass eine Katze das mal macht, mag sein. Aber immer? Und das angeblich aus freien Stücken, ohne dass man ihr dieses Verhalten antrainiert hat? Damit würde Norton ja schon sehr gegen die eigentlich bei jeder Katze vorhandenen Instinkte gehen. Aber vielleicht bin ich ja auch nur neidisch, dass ich immer allein zum Supermarkt laufen muss...

Allerdings sollte man diese kleine Schwäche auch nicht zu ernst nehmen, denn insgesamt liest sich das Buch sehr schön und es gibt viele lustige oder rührende Momente. Daher bekommt es von mir auch vier Kittens, allerdings unter Vorbehalt. Denn diese Wertung erteile ich als Katzenliebhaber und weil ich bei vielen Stellen auch Parallelen sehe, die mich zum grinsen brachten. Wenn man vielleicht nur halb so verrückt nach den Fellnasen ist, findet man mit Sicherheit weniger Gefallen an dem Buch.

Bewertung: 

Dienstag, 15. November 2011

Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer


Zum Inhalt: Eigentlich wollte Emmi doch nur ein Abo kündigen. Aufgrund ihres "Ei"-Problems landet die Kündigungsmail jedoch bei Leo. Und auch die zweite. Und die dritte. Und dann noch ihre Weihnachtspost, die eigentlich an alle Kunden gehen sollte. Irgendwie scheint das Schicksal es zu wollen, dass Emmi und Leo sich schreiben. Und das Schicksal will es so lang, bis auch Emmi und Leo es wollen. Und so wollen sie zuerst den regen Mailverkehr, dann die guten Gespräche und schließlich einander.

Meine Meinung: "Gut gegen Nordwind" ist komplett in einzelnen E-Mails geschrieben. Dadurch liest es sich zwar schön flüssig, riskiert aber auch, seine Leserschaft zu polarisieren. Der eine mag das, der andere nicht. So fehlen dem Leser jedenfalls komplett sämtliche Beschreibungen und er ist nicht, wie in vielen anderen Romanen, allwissend oder stummer Beobachter. Er bekommt immer genau das zu lesen, was der jeweilige Empfänger auch in seinem Mailfach gefunden hat. Das stellt ihn zunächst einmal vor die schwierige Aufgabe, sich abwechselnd in Emmi und Leo hinein zu versetzen. Ohne das bekommt man leider schnell einen falschen Eindruck. Dann wirkt Emmi plötzlich zickig und abweisend und Leo schwierig und selbstgefällig.

Auch gefühlsmäßig nüchternen Menschen möchte ich dieses Buch nicht empfehlen. Wer glaubt, dass Menschen wirklich immer das meinen, was sie sagen bzw. schreiben und dass es zwischen den Zeilen nichts zu lesen gibt, der wird an diesem Buch verzweifeln. Warum um Himmels Willen treffen sie sich nicht endlich? Warum wissen sie nach Monaten täglichen Mailverkehrs immer noch so wenig "Reales" voneinander? Weshalb reden sie ständig um den heißen Brei herum? Das sind Dinge, die man wohl nur dann verstehen kann, wenn man selbst genug Unordnung in seinem Kopf hat und nicht immer klar denkt, wenn es um zwischenmenschliche Situationen geht. Wenn man weiß, was es heißt, wenn das eigene Leben doch eigentlich sehr gut und ordentlich ist...und man doch immer wieder Zweifel an sich selbst und anderen Menschen und deren Intention hat. Das alles sind Dinge, die so eigentlich nie in Gesprächen angesprochen werden. Jedenfalls nicht direkt. Wir reden und reden und die eigentlichen Fragen werden doch oft nie gestellt. Und so stellen auch Emmi und Leo sie nicht. Wie gesagt, man muss sich in diese Schreibweise verlieben und das setzt voraus, dass man die Denkweise der Charaktere auch nur ansatzweise nachvollziehen kann. 

Wartet man hingegen darauf, dass etwas passiert, etwas Großes, etwas Hollywood-mäßiges, dann wartet man vergeblich. Denn faktisch passiert eigentlich nichts. Die Freundschaft der beiden entwickelt sich, mal mehr, mal weniger rasant. Aber es gibt keine Ereignisse an sich, die mit vielen großen Worten beschrieben werden. Auch hier ist wieder der Leser gefragt. Er muss in den Worten der beiden Protagonisten selbst die Bedeutung erkennen, sonst liest man halt nur ein paar Mails eines Schriftwechsels, welcher einen selbst so gar nicht betrifft.

Bei mir hat das recht gut geklappt, wobei mein Problem eher war, dass ich mich in die Situation der beiden nicht hineinversetzen konnte. Ihr Gefühlschaos konnte ich verstehen, die Hintergründe in meiner jetzigen Lebenssituation weniger. Schön fand ich dagegen, Momente, in denen es gar nicht so sehr um Emmi und Leo ging bzw. welche man so auch in jeder beliebigen Sekunde wahrscheinlich überall auf der großen Datenautobahn finden würde, wenn man mal eben einzelne E-Mails verfolgen könnte. Jeden Tag haben Personen solche und ähnliche Gespräche. Und das ist wohl auch das, was dieses Buch so gut macht. Es geht um Emmi, die "glücklich verheiratet" ist mit "zwei Stiefkindern, einem Hund, aber keinen Streifenhörnchen" und um Leo, der immer mal wieder unglücklich frisch getrennt von Marlene ist. Und doch geht es eigentlich um jeden, der schon einmal den perfekten Gesprächspartner, Zuhörer oder vielleicht sogar eine Art "Seelenverwandten" in einem völlig Fremden gefunden hat.

Insgesamt fand ich das Buch in sich stimmig, durch die einzeln E-Mails auch locker geschrieben und konnte immer mal wieder nicken oder sogar lachen, weil ich mich doch in der einen oder anderen Aussage selbst finden konnte.

Bewertung: 

Mittwoch, 9. November 2011

Wir sind die Könige von Colorado von David E. Hilton


Zum Inhalt: Es ist das Jahr 1963, Will ist gerade einmal dreizehn Jahre alt. Bereits seit Jahren wird er immer wieder Zeuge wie sein Vater seine Mutter verprügelt und vergewaltigt. Und immer öfter ist auch er selbst Opfer der Gewalt. Bis er es nicht mehr aushält und seinem Vater ein Taschenmesser in die Brust sticht. Daraufhin wird er zu zwei Jahren Haft verurteilt, welche er jedoch nicht in irgendeinem Jugendknast verbringt, sondern auf einer Ranch in Colorado. Dort warten nicht nur harte Arbeit und ein streng geplanter Tagesablauf auf ihn, sondern auch noch jede Menge mehr Gewalt, als er es sogar von seinem Vater gewohnt war. Zum einen sind da natürlich die Aufpasser, welche in vielen Fällen tatsächlich die Pferde auf der Ranch besser behandeln als die Kinder. Allen voran Frank Kroft, dem das Leiden der Kinder sogar Spaß bereitet. Zum anderen gibt es aber auch unter den anderen Gefangenen einige fast schon sadistische Personen, welche Will das Leben schwer machen.

Aber zwischen all der Gewalt und Grausamkeit findet Will auch wunderbare Freunde - und das nicht nur unter den Menschen.

Meine Meinung: Ich weiß gar nicht, was ich zu diesem Buch schreiben soll. Ich habe das Gefühl, dass Worte ihm kaum gerecht werden können. Ich hatte ja bereits bei fireez gelesen, wie sehr sie dieses Buch umgehauen hat. Das war ja auch der Grund, weshalb ich bei ihrem Gewinnspiel mitgemacht hatte. Ich glaube, wenn ich die Inhaltsangabe im Buchladen gelesen hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, das Buch zu lesen. Und das wäre wirklich eine Schande gewesen.

Ich habe es angefangen und war sofort in der Geschichte drin. Sprachlich ist es sehr flüssig und klar geschrieben, was sehr gut zum Charakter von Will passt, aus dessen Sicht es geschrieben ist. Zwar ist er aufgrund der Ereignisse verwirrt und sorgt sich um seine Mutter und sich selbst, aber dennoch merkt man immer wieder, dass er letztendlich den Blick für das Wesentliche behält und recht einfach gestrickt ist. Das spiegelt sich auch in der Sprache wieder. Sie ist unverschnörkelt, aber realistisch und wirkt dadurch nicht dramatisch, aber emotional.

Die Charaktere sind geradezu unfassbar gut und real beschrieben. Jeder hat seine eigene Geschichte und es gibt zu fast jedem einen Einblick in dessen Vergangenheit und die Umstände, unter denen er auf die Ranch kam. Ich hatte schon etwa nach der Hälfte des Buches das Gefühl, jeden einzelnen von ihnen persönlich zu kennen. So empfand ich nicht nur Sympathie für einige von ihnen, sondern echte Wut anderen gegenüber und stellenweise auch echte Trauer. Ich konnte auf jeder Seite Wills Gefühle nachempfinden und so auch seine Reaktionen verstehen.

Es gibt viele wirklich wunderschöne Momente, die so simpel und vielleicht gerade deshalb so besonders waren. Aber ihnen gegenüber steht jedes Mal auch die grausame Realität, welche Will und die anderen "Könige" immer wieder einholt. Und diese besteht aus solch einer Masse an Gewalt und Grausamkeit, dass ich manchmal echt einfach nicht weiterlesen konnte. Dabei gibt es zwar viele Momente, die wirklich eklig sind und die, wäre dies ein Film, fast schon in die Kategorie "Splatter" fallen würden, aber dennoch rutscht Hilton hier nie auf ein plattes Niveau ab, dass nur darauf aus ist, den Leser durch Grauen und Ekel zu faszinieren. Viel mehr weckte das in mir noch mehr Sympathie für die Charaktere und ihr Handeln und ließ mich verstehen, warum Kleinigkeiten wie z.B. ein Foto von Wills Mutter ihnen so viel bedeuten. Das Schlimmste ist, dass man sich gar nicht sicher sein kann, wie fiktiv und unrealistisch die Geschehnisse dieses Buches sind. Die Ranch ist relativ abgeschieden von allen umliegenden Orten und vielleicht ist es gerade das, was alle Anwesenden dazu bringt, ohne Reue zu handeln. Vielleicht gibt es aber auch Menschen, die tatsächlich einfach "böse" sind? Letztendlich ist es diese Frage, die der Leser sich immer wieder stellt und deren Antwort wohl jeder für sich anders finden muss.

Ich bin jedenfalls begeistert von "Wir sind die Könige von Colorado" und zähle es schon jetzt zu meinen Lieblingsbüchern. Insofern möchte ich mich auch nochmal bei fireez bedanken für den Lesetipp und das Gewinnspiel!

Bewertung:

Montag, 31. Oktober 2011

The Angel's Game von Carlos Ruiz Zafón

Zum Inhalt: David Martín schlägt sich als Autor durch. Er liebt das Schreiben, kommt aber nie wirklich dazu, diese Leidenschaft auszuleben. Stattdessen schreibt er für immer wieder neue Auftraggeber Geschichten, nur um davon leben zu können. Die einzige Veröffentlichung, bei welcher er wirklich mit Leib und Seele dabei war, floppt komplett und der einzige, der an sein Talent zu glauben scheint, ist ein zunächst anonymer Fan. Dieser entpuppt sich als reich und machtvoll und macht David ein unwiderstehliches Angebot. Doch auch hier bekommt er wieder einen Auftrag, an welchen er sich zu halten hat - und diesmal stellt dieser Auftrag auch seine eigenen Moralvorstellungen auf die Probe. Zugleich geschehen seltsame Dinge in Davids Leben, welche alle irgendwie zusammen zu hängen scheinen.

Meine Meinung: Ich kann kaum zählen, wie oft ich Positives über Carlos Ruiz Zafón gehört habe. Immer wieder taucht er in Listen von Lieblingsautoren auf. Und das nach relativ wenig Veröffentlichungen. Mit einer Bibliografie, welche gerade einmal fünf Veröffentlichungen umfasst, ähneln die Lobpreisungen, die ich bisher gehört habe, denen, welche sich sonst auf die "alten Meister" beziehen.

Bisher hatte mich allerdings keines seiner Bücher inhaltlich so sehr angesprochen, dass ich es schnellstmöglich hätte lesen wollen. Nicht so bei "The Angel's Game". Da ich selbst gerne schreibe und natürlich wie jeder, der auch nur einen Satz in seinem Leben geschrieben hat, davon träume, damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen, konnte ich mich in die in der Inhaltsangabe beschriebene Geschichte gleich reindenken. Vielleicht habe ich mir auch deshalb einfach was ganz anderes (zuviel?) von dem Buch versprochen. Und konnte schließlich nur enttäuscht werden.

Tatsächlich habe ich mich mehr schlecht als recht durch die zweite Hälfte gequält. Es passiert einfach zu viel, es gibt zu viele Nebenhandlungen. Anfangs stürzt man sich mit großen Interesse in diese hinein, aber dann scheint sich keine wirklich zu entwickeln oder von großer Relevanz für den Haupthandlungsstrang zu sein. Das Buch bietet wirklich eine riesige Menge an Potenzial und fantastischer Ideen. So gibt es z.B. eine Art "Bücherfriedhof", ein riesiges Kellergewölbe, in welches jeder Eingeweihte ein seiner Meinung nach wertvolles Buch zur Aufbewahrung und Rettung bringen darf, solang er im Gegenzug ein anderes mitnimmt und schwört, für immer dafür zu sorgen, dass dieses Exemplar nicht verloren geht oder vernichtet wird. Dies ist nur ein Beispiel für die vielen wunderbaren Ideen, welche Ruiz Zafón hier erwähnt. Aber leider werden viele davon auch wirklich nur erwähnt bzw. haben keine besonders große Auswirkung auf den Rest der Geschichte. Stattdessen wird der Leser quasi erschlagen von der Fülle dieser Ideen. Hier hätte ich persönlich es besser gefunden, weniger davon einzubringen, ihnen dafür aber mehr Bedeutung beizumessen.

Der Schreibstil hat mich oft sehr an Anne Rice erinnert. Auch bei ihr mochte ich die Geschichten immer sehr und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, fand eigentlich jedes Buch für sich wunderbar - und quälte mich doch meist durch. Denn immer, wenn man gerade so richtig schön im Lesefluss ist und es richtig spannend wird, wird die Handlung wieder durch langwierige Abhandlungen über Recht und Unrecht, Moral und Sünde, Leben und Tod, usw. unterbrochen. Stellenweise ist das gut und wichtig, denn die moralische Zwickmühle, in der David steckt und die damit verbundenen Unstimmigkeiten zwischen ihm und seinem Auftraggeber sind der Hauptbestandteil der Geschichte. Doch irgendwann wollte ich einfach nicht mehr weiterlesen und habe die langen Dialoge (und oft auch Monologe) nur überflogen. Stellenweise kommt es innerhalb weniger Tage zu mehreren Treffen zwischen David und seinem Auftraggeber und bei jedem kommt es zu solch langen (Streit-)Gesprächen, sodass dazwischen keine zehn Seiten Handlung liegen. Das hat zumindest mir den Lesespaß ordentlich vermiest.

Die Charaktere hingegen finde ich ausnahmslos auf ihre Weise interessant. Nur leider gibt es auch hier zu viele von ihnen, welche letztendlich dafür sorgen, dass auch hier alles etwas überladen wirkt. Dennoch hat jeder für sich eine Auswirkung auf die Geschichte und David und, wie gesagt, ich mochte sie alle oder fand sie zumindest faszinierend, also kann ich darüber noch einmal hinwegsehen.

Da die Geschichte an sich mir trotz des zähen Erzählstils sehr gefallen hat, kann ich immerhin noch drei Kittens vergeben. Ich glaube, wäre sie von einem anderen Autor erzählt worden oder hätte man gute 100 Seiten an Dialogen und Monologen gestrichen, wäre es ein glattes 5 Kittens-Buch geworden.

Bewertung:


Das war übrigens mein einziges Buch zum Themenlesen im Oktober. Gerade eben noch geschafft. Puh! :)

Samstag, 29. Oktober 2011

Neue Bücher #5

Ich stelle fest, dass ich, ohne es geplant zu haben, meine Neue Bücher-Posts ziemlich genau im Monatsrhythmus gepostet habe. Ich weiß zwar noch nicht, ob ich das jetzt zu einer Regel machen möchte, aber nichtsdestotrotz wird es mal wieder Zeit, dass ich euch ein paar neue Mitbewohner vorstelle.


Zuerst zu den auf dem (diesmal zugegeben qualitativ schlechten) Bild zu findenden Büchern:

"Der Kinderdieb" von Brom
Das war wieder mal ein Tipp von meiner Freundin, die mich mittlerweile schon zu einigen Bücherkäufen oder Wunschzettelneuzugängen inspiriert hat. Obwohl ich da auch auf diversen Blogs durchaus durchwachsene Rezensionen gelesen habe. Ich freue mich jedenfalls schon auf "die dunkle Seite Peter Pans".

"The Tokyo Diaries" von David Schumann
Dieses Buch habe ich auf der Buchmesse gefunden. Wie auch viele andere. Wie bereits erwähnt, durfte ich da ja keine Bücher kaufen. Was zumindest für meinen Geldbeutel wieder eine gute Sache war. Hätte ich das gedurft...ohje! So habe ich später zu Hause nochmal aussortiert, was noch warten kann und was ich jetzt gleich brauche. "The Tokyo Diaries" gehörte zur letzteren Kategorie. Ich mag ja solche Reise- / Auswanderergeschichten sehr gerne. Hierbei war nicht nur Asien Neuland für mich, sondern auch der Autor. Normalerweise liest man solche Bücher ja von Auslandskorrespondenten, Studenten, etc., häufig leider solchen, die ihrem eigenen schlechten Ruf der "trockenen Bildungselite" gerecht werden. Von Schumanns Roman erwarte ich mir daher einen lockeren Erzählstil und auch mal den ein oder anderen skurrilen Moment. Beim Anlesen wurde ich bis jetzt auch nicht enttäuscht.

"Mord ist kein Kinderspiel (Flavia de Luce 09)" von Alan Bradley
Ich denke, dazu habe ich in meiner Rezi schon genug geschrieben. ;)

"Destined (House of Night 09)" von P.C. und Kristin Cast
Dass ich dieses Buch hier überhaupt aufführen darf, überrascht mich selbst. Ich komme ja von einer Buchreihe nicht los, wenn ich einmal angefangen habe und sie mich nicht gänzlich langweilt. Also ist immer gleich die nächste Taschenbuchversion vom Folgeteil bei Amazon vorbestellt. Der neunte Teil sollte allerdings laut Amazon Anfang Dezember bei mir eintreffen. Tja, jetzt liegt er schon seit letzer Woche bei mir. Sachen gibt's...

"Schneewittchen muss sterben (Goldedition)" von Nele Neuhaus
Ich hab sie endlich!!! So richtig dran geglaubt hatte ich ja selbst nicht mehr. Ich hatte befürchtet, dass es die goldene Version vielleicht nur auf der Buchmesse gab und habe mich auch nicht getraut, den Verlag anzuschreiben, weil ich mich vor der Antwort fürchtete. Tja, heute war ich auch wieder etwas enttäuscht, als ich auf dem Krimitisch nur wieder die langweilige blaue Version fand. Lustlos habe ich dann doch nochmal das Regal gescannt und tadaaaa, da war sie. Gleich 2x! Eine musste dann sofort mit. Jaja, ich weiß...das Cover ist doch egal, usw. Aber sie glänzt und glitzert so toll und das Buch war eh auf meiner Wunschliste. Warum dann nicht die schönere (übrigens preislich gleiche) Version kaufen?

Und dann ist da noch eins, was nicht auf dem Bild ist, weil es bei meiner Mama im Regal steht:

"Wo Elfen noch helfen" von Andrea Walter
Island war ja Gastland der Buchmesse. Und natürlich haben sich auf meiner Wunschliste auch ein paar isländische Autoren angesammelt. Aber um mich dem Land literarisch anzunähern, möchte ich auch hier mit einer deutschen Autorin anfangen, die ihre Erfahrungen schildert und mir so hoffentlich Island näher bringt. Beim Anlesen der ersten 2-3 Seiten waren sowohl meine Mom und ich begeistert und trauerten dem Buch auch noch das ganze Wochenende nach, weil wir beide es gern im Bus auf dem Rückweg schon gelesen hätten.

Freitag, 28. Oktober 2011

Themenlesen November 2011

Huch, der Oktober ist schon wieder fast um und ich weiß gar nicht, ob ich es überhaupt schaffen werde, mein erstes Themenbuch für diesen Monat zu beenden. Irgendwie verging die Zeit wie im Flug.

Und schon gibt es ein neues Thema für den nächsten Monat. Diesmal kommt es von buecherelfe auf Lovelybooks. Sie hat sich das Thema "Zeitangaben" ausgedacht, also alles, was einen Zeitpunkt, -raum, etc. beschreibt.

Trotz meines wieder gewachsenen SuB's von 28 habe ich diesmal keine fette Ausbeute, sondern nur zwei Bücher, die passen:

"The Year of the Flood" von Magaret Atwood
"One Moment, One Morning" von Elizabeth Gilbert

Beide sind schon recht lang Bewohner meines Bücherregals und haben es daher verdient, endlich an die Reihe zu kommen. Grob passt jedoch auch immer noch "Lycidas", das ja zumindest der Trilogie der "Uralten Metropole" angehört. Dieses werde ich nun endlich auch versuchen zu beenden. Da ich nicht weiß, wie es im November mit meiner Leselust aussieht und zu wieviel ich kommen werde, nehme ich mir auch erstmal nur vor, eines der beiden anderen zu lesen und eventuell "Lycidas" endlich zu beenden. Immerhin habe ich ja immer noch die Könige von Colorado vor mir, welches ich auch endlich lesen möchte


Mittwoch, 26. Oktober 2011

Flavia de Luce 02 - Mord ist kein Kinderspiel von Alan Bradley

Ich geb's ungern zu, aber wenn ich mir so die Rezensionen in den letzten Wochen anschaue, kann ich mich eigentlich nur schämen. Denn es gibt gar keine. Ich hab' noch nicht mal eine gute Entschuldigung parat. Irgendwie kam ich nicht so recht voran und dann habe ich auch noch Bücher unterbrochen, um andere anzufangen.

Auf gar keinen Fall aufschieben konnte ich dabei den zweiten Teil der Flavia de Luce-Reihe von Alan Bradley. Es war schon schlimm genug, dass ich mich zwinge, die Bücher nicht auf Englisch und nicht im gebundenen Format zu lesen. Ersteres, weil ich nunmal auf Deutsch damit angefangen habe, letzteres, weil ich mich sonst tot ärgere. Wenn ich die Wahl habe, greife ich immer zum Taschenbuch. Aber nun war es endlich soweit und ich konnte wieder Flavia und ihrer herrlichen britisch-trockenen Art folgen.

Zum Inhalt: Auch im zweiten Teil kommt es im beschaulichen englischen Dörfchen Bishop's Lacey zu einem grausamen Mord, mit dessen Aufklärung die kleine Polizeibehörde vor Ort überfordert scheint. Der Puppenspieler Rupert Porson wird quasi live vor seinem Publikum auf der Bühne ermordet und zunächst scheint niemand so richtig ein Motiv zu haben. Doch auch hier deckt Flavia wieder mit ihrem messerscharfen Verstand die Hintergründe auf.

Meine Meinung: Ich mag eigentlich solche platten Sprüche nicht, aber über die Flavia de Luce-Reihe kann sogar ich getrost sagen, dass sie mir ein Mordsvergnügen bereiten. Flavia ist herrlich trocken und nüchtern und stellenweise wirklich makaber. Besonders für ein noch nicht einmal elfjähriges Mädchen. Ihre Hobbies bestehen hauptsächlich aus Giftmischen und -mord. Überhaupt findet sie alles super, was mit Chemie zu tun hat - und das ist eigentlich alles. Wenn es dabei auch noch um Mord und sonstige Grausamkeiten geht, ist sie sofort dabei. Und das mit einem geradezu morbiden Interesse. Trotzdem schließt man sie gleich ins Herz, denn man erfährt auch immer etwas über die Hintergründe. Sie wohnt mit ihrem Vater - ein passionierter Philatelist - und ihren beiden Schwestern - zwei echte Zicken - auf Buckshaw, einem Anwesen in Bishop's Lacey, welches sie allerdings aufgrund der schwachen Finanzlage ihres Vaters ständig zu verlieren drohen. Ihre Mutter ist gestorben, als sie noch klein war, ihr Vater hat eigentlich nie Zeit für seine Kinder und ihre Schwestern sind sowieso der reine Horror und ziehen sie ständig damit auf, dass sie der Grund für den Tod ihrer Mutter war. Da ist es wohl kein Wunder, wenn ein Mädchen...naja, sagen wir mal etwas zynisch wird. Alan Bradley findet da allerdings genau den richtigen Mittelweg, sodass man Flavia als sehr liebenswert empfindet trotz ihrer seltsamen Hobbies, aber auch nicht in Mitleid für sie versinkt. Denn das hat sie eigentlich gar nicht nötig.

Aber nicht nur die kleine Protagonistin und ihre seltsame Familie bereiten einem hier Freude. Denn Bishop's Lacey hat eine ganze Menge recht skurriler Charaktere zu bieten, die alle ein Teil des Puzzles zu besitzen scheinen, welches Flavia langsam zusammenfügen muss, um auch diesen Fall zu lösen. Dabei fast es an einer Stelle einer der Polizeibeamten sehr gut zusammen. Als der Inspektor ihn fragt, warum er und seine Kollegen nicht zu diesem Schluss kamen, antwortet er: "Weil wir nicht Miss de Luce sind!" Denn Flavia versteht es wunderbar, sich in die Herzen ihrer Nachbarn und Bekannten zu reden und so erzählen sie ihr quasi nebenbei Dinge, die die kleine Detektivin bei der Aufklärung des Mordes sehr gut gebrauchen kann.

Insgesamt war mir im zweiten Teil der Vorspann einen Tick zu lang. Obwohl das Buch an sich mit 350 Seiten gar nicht so dick ist, dauerte es für mich schon sehr lang, bis überhaupt ein Mord geschah. Zwar könnte ich wahrscheinlich auch ein komplett ereignisloses Tagebuch von Flavia lesen und mich köstlich amüsieren, aber wenn man ein Buch dieser Reihe liest - besonders bei DEM Titel -, weiß man ja, dass es früher oder später einen Mord geben wird und dadurch wartet man natürlich schon fast ungeduldig darauf. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass man am Ende etwas mehr über das Schicksal von Nialla, Ruperts Gehilfin, erfährt. Die Aufklärung des Mordes an sich ist wieder richtig schön spannend und skurril. Natürlich wirkt es bei solchen Krimiserien immer etwas verwunderlich, was plötzlich so alles in so einem kleinen Dorf wie Bishop's Lacey vor sich geht. Gleich zwei Morde in so kurzer Zeit und die ganzen Zusammenhänge, die sich bei deren Aufklärungen ergeben, sind natürlich auch sehr große Zufälle. Aber von so etwas leben ja auch gerade englische Krimis. Klar könnte man hier die Handlung auch in größere Städte wie London, Manchester oder Birmingham verlegen. Aber dann gehen auch wieder so herrliche Charaktere wie Mrs Mullet, die geschwätzige Haushälterin der de Luces, oder Miss Cool, die ein Postamt mit Süßigkeitengeschäft betreibt, verloren. Solche britischen Originale findet man nämlich eigentlich nur noch in kleineren Städtchen. Auch zu Flavias Zeit schon, denn die Serie spielt sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg ab, in diesem Fall 1950. In diesem Fall kann ich also wirklich nur sagen, dass diese Zufälle mir zwar auffallen, aber mich nicht stören.

Ich kann nur sagen, dass mich der zweite Teil, trotz ein paar Schwächen, genau so begeistert hat wie der erste. Jetzt kann ich es kaum erwarten, den nächsten in die Finger zu bekommen!

Bewertung: