Donnerstag, 18. April 2013

"The Selection" von Kiera Cass

Zum Inhalt: America lebt in den ehemaligen USA, doch dort ist nun alles anders. Es gibt ein Klassensystem, bei welchem eigentlich nur die obersten drei Klassen gut wegkommen. America selbst ist eine Fünf, doch obwohl ihre Familie ständig mit dem Mangel an Geld und Nahrung zu kämpfen hat, ist sie glücklich. Das größte Problem stellt für sie ihre Liebe zu Aspen dar, denn der ist eine Sechs.

Doch dann erhält sie ihre Einladung zur "Selection", bei welcher unter allen geeigneten jungen Damen im Königreich die passende Braut für den jungen Prinzen Maxon ausgewählt werden soll. Es handelt sich um eine Art Casting und ohne es wirklich zu wollen, bekommt America tatsächlich die Einladung zur Teilnahme. Obwohl es niemals ihr Traum war, Königin zu werden, reist sie zum königlichen Palast und tritt dort gegen die anderen Kandidatinnen an und muss lernen, dass ihre Vorstellungen vom Leben im Palast, von der obersten Klasse und besonders von Prinz Maxon ganz anders sind als die Realität.

Infos zum Buch: "The Selection, Bd. 1", Harper Teen, Taschenbuch, 336 Seiten, 7,50 € | Bei Amazon kaufen

Meine Meinung: Ich muss wirklich sagen, dass ich sehr überrascht bin, wie wenig Kitsch diese Geschichte enthält. Obwohl mich die Idee beim Stöbern im Kindle Shop sofort angelacht hat und ich mir daher das Buch gleich geladen habe, hatte ich doch wesentlich mehr  "Disney" erwartet. Die Geschichte bietet tatsächlich sehr viel Potenzial dafür. Junges armes Mädchen trifft auf reichen, gutaussehenden Prinzen. Und dann noch die Dreiecksgeschichte mit dem zweiten, viel ärmeren Jungen... Neu und innovativ ist die Story ja jetzt wirklich nicht, da beisst die Maus keinen Faden ab.

Trotzdem schafft Kiera Cass es, dass die hier nichts zu platt rüberkommt. Ein wenig unglaubwürdig wirkt Americas Verhalten zwar schon, aber das gehört irgendwie auch zu dieser Geschichte dazu. Es war sehr schön zu sehen, wie sie sich weder von den plötzlichen Möglichkeiten umhauen lässt, noch dass diese sie völlig kalt lassen.

Ich fand es auch gut, dass sich das Buch nicht nur um die vermeintliche Dreieckskiste von America, Maxon und Aspen bezieht, sondern dass es hier auch um viel mehr geht. Man erfährt viel vom Leben in den einzelnen Klassen, die politischen Zustände und das Familienleben der einzelnen Charaktere. Die Versuche, echte Spannung aufzubauen, kamen zwar doch etwas schwach auf der Brust daher, bringen aber immerhin Abwechslung zu der eigentlich recht klassischen Liebesgeschichte rein.

Etwas enttäuschend fand ich das Ende. Zwar weiß ich jetzt, das das Buch erst Band 1 ist, aber gerade dafür ging es mir einfach zu still zu Ende. Kaum ein Cliffhanger, kaum Spannung. Da hätte ich mir dann doch etwas mehr erhofft.

Was vielleicht auch noch zu erwähnen wäre, ist, dass die ganzen Dystopien sich vom Ausgangspunkt mittlerweile sehr ähneln. Finde ich zumindest. Das Klassensystem hier ist jetzt auch nicht so viel anders, als bei den Cassia & Ky-Büchern, die wiederum dem in der Panem-Reihe ähneln. Sicherlich liegt das auch daran, dass die Autoren sich echte Klassensysteme wie die Kasten in Indien und historische Gesellschaftsformen angeschaut haben. ich würde hier also nicht so weit gehen wollen, irgendwem zu unterstellen, man habe voneinander abgeschrieben. Aber langsam wird es für mich halt doch auch langweilig, wenn die Ausgangssituationen sich so sehr ähneln.

Bewertung:

Kommentare:

  1. Ich weiss irgendwie nicht so genau was ich von diesem Buch halten soll, ich habe schon sehr gutes, aber auch sehr schlechtes darüber gehört. Aber vermutlich gerade deshalb bin ich total neugierig auf die Geschichte. Deine Rezi hat mir auch sehr gefallen.

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  2. Danke für deinen Kommentar. :)

    Ja, ich glaube, solch eine Geschichte kann man nur richtig gut oder richtig schlecht finden. Dann bin ich mal gespannt, ob es dir gefällt, falls du es liest. :)

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